Studienabbruch

Prominente Studienabbrecher in Deutschland

Hinweis: Die Liste der prominenten Persönlichkeiten, die ein Hochschulstudium begonnen, es aber nicht abgeschlossen haben, dient nicht dazu diese an den Pranger zu stellen - ganz im Gegenteil. Diese Beispiele sollen vielmehr eine Aufmunterung für Studienabbrecher sein, weiter ihren Weg zu gehen um auch ohne Studium ein erfolgreiches Berufsleben zu führen.

Jacob Grimm
Jacob Grimm, Märchensammler (1785-1863), studierte ab 1802 Jura in Marburg und folgte 1805 ohne akademischen Abschluss seinem Professor Friedich Carl von Savigny als Assistent nach Paris. Sein Bruder Wilhelm studierte ebenfalls Jura und bestand 1806 sein Examen. Beide wurden später Gemanistikprofessoren in Göttingen und wurden 1837 wegen des Protestes der "Göttinger Sieben" ihrer Ämter enthoben.

Friedrich Nietzsche
Friedrich Nietzsche (1844-1900), Philosoph, hielt sein 1864 begonnenes Studium der Theologie in Bonn nur ein Jahr durch. "Noch dies: meine Wendung zur Philologie ist entschieden. Beides zu studieren ist etwas Halbes"", schrieb er im Februar 1865 an seine Mutter und seine Schwester. In Leipzig studierte er Philologie und wurde mit 24 Jahren noch vor der Promotion und Habilitation als Professor nach Basel berufen. Die Doktorarbeit wurde ihm erlassen, die Promotion erhielt er allein wegen der zuvor veröffentlichten Arbeiten.

Bertolt Brecht
Bertolt Brecht (1898-1956), Schriftsteller, machte 1917 das "Notabitur" und immatrikulierte sich in München für Medizin und Naturwissenschaften. Das Studium, unterbrochen durch Kriegsdienst im Seuchenlazarett, nahm er allerdings kaum ernst und beendete es bald, weil er in erster Linie literarisch arbeiten wollte.

Günther Jauch
Günther Jauch, 48: Versucht hat er es wirklich. Zuerst mit Jura in Berlin, doch dann wurde er an der Münchner Journalistenschule angenommen und brach das Studium ab. Danach nutzte Jauch als Sportredakteur seine ungewöhnlichen Arbeitszeiten ("Vorzugsweise nachts und am Wochenende") zum Studium der Politik und Neueren Geschichte. Ein Jobwechsel im Bayerischen Rundfunk brachte das Ende: "Ein geregeltes Studium war nicht mehr möglich, und ich musste die Doppelbelastung beenden. Im Nachhinein bin ich froh, mich für den Beruf entschieden zu haben."

Johannes B. Kerner
Johannes B. Kerner, 40, Moderator und Talkmaster, begann 1984 in Berlin BWL zu studieren und jobbte parallel dazu in der Sportabteilung des Senders SFB. 1988 verabschiedete er sich ohne Abschluss vom Studium.

Jörg Pilawa
Moderator Jörg Pilawa, 39, hängte sein Medzinstudium in Hamburg nach sechs Semestern an den Nagel. Zu verschult und praxisfern, lautete seine Diagnose: "Ich fand es grottenlangweilig und habe mich wirklich gequält." Später betrieb er ein Studium der Geschichte mit Schwerpunkt Judaistik sowie der Soziologie und Politikwissenschaft bis zur Examensarbeit.

Kai Pflaume
Kai Pflaume, 37, Show-Moderator, setzte sich kurz vor dem Mauerfall in den Westen ab und pfiff auf sein Informatikdiplom in Magdeburg.

Ulrich Meyer
Ulrich Meyer, 49, Moderator ("Akte"), studierte nach Abitur und Wehrdienst Medizin in Köln, ließ das Studium aber sausen. 1979 begann er sein Volontariat bei der "Kölnischen Rundschau".

Hans Meiser
Hans Meiser, 58, RTL-Moderator und Talker der ersten Stunde, studierte in Stuttgart Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte - ohne Abschluss.

Barbara Eligmann
Barbara Eligmann, 41, Moderatorin ("Explosiv", "Clever") hielt sich nicht lange an der Uni auf. Nach drei Wochen schmiss sie das Wirtschaftsstuium in Osnabrück: "Zuviel Statistik und EDV". Wahrscheinlich sei sie "das letzte Mäuschen, das ohne Studium so einen Job gekriegt hat", erzählte sie der "Süddeutschen Zeitung" - und sie selbst stelle grundsätzlich niemanden mehr ohne Studium ein.

Friedrich Küppersbusch
Friedrich Küppersbusch, 43, TV-Produzent, besuchte zwischen 1981 und 1989 immer mal wieder Journalistik-Vorlesungen in Dortmund. Als Kriegsdienstverweigerer hatte er reichlich Ärger mit dem Kreiswehrersatzamt und wollte nicht den deutschen Rekord im Dauerzivildienstleisten brechen. Dabei half das Journalistikstudium, das Küppersbusch alllerdings ohne Diplom beendete - die Arbeit beim WDR war attraktiver.

Anke Engelke
Anke Engelke, 39, Comedian, versuchte sich in Anglistik, Romanistik und Pädagogik in Köln. Das Experiment endete wie ihre "Late Night"-Show: Exmatrikulation.

Bastian Pastewka
Bastian Pastewka, 32, Komödiant ("Brisko Schneider"), studierte in Bonn Gemanistik, Pädagogik und Soziologie, hörte aber nach dem Grundstudium auf, "weil ich gemerkt habe, dass ich das gar nicht will. Comedy konnte ich und wollte ich".

Stefan Raab
Stefan Raab, 39, Moderator, studierte neben seiner Metzgerlehre fünf Semester Jura. Die Ausbildung schloss er als bester Lehrling ab, das Studium ließ er sausen.

Oliver Kalkofe
Oliver Kalkofe, 39, Satiriker und Moderator ("Kalkofes Mattscheibe"), studierte Anglistik, Germanistik und Publizistik in Münster. Nach acht Semestern nahm er Reißaus: "Ich wollte eigentlich immer mit geringsmöglichem Aufwand meine Scheine machen. Der ganze Theoriekram hat mich nie sonderlich interessiert."

Til Schweiger
Til Schweiger, 41: Der Schauspieler, spekulierte drei Semester lang auf den Dr. med., wechselte dann aber auf die Schauspielschule.

Ottfried Fischer
Ottfried Fischer, 61, pfundiger Schauspieler ("Der Bulle von Tölz"), machte Abitur im Internat in Fürstenzell bei Passau und begann danach in München ein Jurastudium, das er abbrach. 1977 fand er nach "kurzem, unvollständigem Studium der Rechte" rasch zum Kabarett.

Heike Makatsch
Heike Makatsch, 33: Die Schauspielerin trug es nach vier Semestern Medienwissenschaften, Politik und Soziologie ("Ich erinnere mich nur noch an langweilige Empiriekurse") aus der Uni-Kurve. Die anschließende Schneiderlehre brach sie ebenfalls ab.

Wolfgang Joop
Wolfgang Joop, 60: Der Designer folgte Vatis Rat und studierte Werbepsychologie in Braunschweig, wechselte später zur Kunsterziehung, vermied aber stets den Stress einer Abschlussprüfung.

Erich Sixt
Autoverleiher Erich Sixt, 60: Fand Betriebswirtschaftslehre in München irrelevant - nach vier Semestern war Schluss.

Dirk Manthey
Dirk Manthey, 50, Verleger und Zeitschriftenerfinder ("TV Spielfilm", "Fit for Fun"), brach 1975 sein BWL-Studium in Hamburg ab. Motiv: "Langeweile".

Otto Waalkes
Blödel-Barde Otto Waalkes, 56 erkannte 1970, dass sein Pädagogikstudium nicht fruchtet, und besuchte das Audimax fortan nur noch für Gitarren-Auftritte.

Barbara Schöneberger
Barbara Schöneberger, 30: Die Moderatorin schleppte sich durch stolze zehn Semester Soziologie in Augsburg, bevor sie Max Weber gegen Wimbledon tauschte und 1999 beim Sportsender DSF anheuerte.

Jürgen von der Lippe
Jürgen von der Lippe, 56, Showmaster und Liedermacher, begann 1970 mit dem Studium der Germanistik, Philosophie und Linguistik in Aachen und setzte es zwei Jahre später in Berlin fort. Auf den Abschluss verzichtete er, "weil er damals von seiner Tingelei schon recht gut leben konnte", so die ARD.

Christoph Schlingensief
Christoph Schlingensief, 44, Regisseur, Aktionskünstler und immer für ein Skandälchen gut, fiel nach dem Abitur zweimal bei der Aufnahmeprüfung an der Münchner Filmhochschule durch. Ab 1981 versuchte er's mit Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in München, gab aber nach sieben Semestern auf.

Alice Schwarzer
Alice Schwarzer, 62, Schlüsselfigur der deutschen Frauenbewegung, besuchte zunächst die Volks- und die Handelsschule und brach dann eine kaufmännische Lehre ab. Ab 1963 lernte sie Französisch in Paris; 1966 fiel sie bei der Aufnahmeprüfung zur Journalistenschule durch. Ab 1970 studierte sie an der Reform-Uni Vincennes ("Rote Fakultät"), die auch ohne Abitur zugänglich war, Psychologie und Soziologie - ohne Abschluss. Zugleich arbeitete Schwarzer als politische Korrespondentin.

Jürgen Drews
Jürgen Drews, 59, Sänger ("Ein Bett im Kornfeld") und selbsternannter "König von Mallorca" ist Arztsohn und versuchte es mit einem Medizinstudium an der Universität Kiel, hielt aber nur vier Semester durch.

Herbert Grönemeyer
Heute studiert die Musikwissenschaft ihn, früher war es umgekehrt, tief im We-he-he-sten: Herbert Grönemeyer, 48, Sänger und Schauspieler, war Mitte der siebziger Jahre in Bochum "ungefähr 5 Semester" eingeschrieben für Jura und Musikwissenschaften - "weil ich nicht wusste, was ich werden wollte". Auch an der Kölner Musikhochschule fühlte er sich unwohl, weil die Professoren immer an seinen Kompositionen herumstrichen: "Da bin ich gegangen."

Sabrina Setlur
Sabrina Setlur, 31: Die Rapperin begann auf Wunsch ihrer Eltern mit BWL, nahm aber bald einen Job als Sekretärin an.

Thomas Anders
Surprise, surprise: Thomas Anders, 42, hat einmal Musikwissenschaften studiert. Und Germanistik und Publizistik obendrein, fünf Semester lang, Anfang der achtziger Jahre in Mainz. 1983 begannen dann die Auftritte mit Dieter Bohlen als Modern Talking, 1984 schoss "You're My Heart, You're My Soul" an die Spitze der Charts. Anders sagte seinen Eltern: "Ich möchte mich nur noch auf die Musik konzentrieren. Und wenn ich bis 25 nicht davon leben kann, steht die Uni immer noch offen." An die Uni ging er nie zurück.

Siegfried Lenz
Siegfried Lenz, 79, Schriftsteller ("Deutschstunde"), studierte nach dem zweiten Weltkrieg in Hamburg Philosophie, Anglistik und Literaturwissenschaft. Drei Jahre später entschied er sich gegen die Uni und für den Journalismus. Lenz ging als Volontär zur Zeitung "Die Welt", für die er bereits während des Studiums gearbeitet hatte.

Jurek Becker
Jurek Becker (1937-1997), Schriftsteller ("Jacob der Lügner"), verbrachte einige Jahre seiner Kindheit im Ghetto von Lodz und in den KZs von Ravensbrück und Sachsenhausen. Nach dem Abitur in Ostberlin studierte er Philosophie, musste die Humboldt-Uni aber aus politischen Gründen verlassen. Nach dem Rausschmiss begann Becker ein kurzes Studium am DDR-Filmzentrum Babelsberg, schrieb Kabaretttexte und Drehbücher.

Herbert Feuerstein
Der Entertainer, Satiriker und Schauspieler Herbert Feuerstein, 67, studierte bis 1958 Musik am Salzburger Mozarteum. Als er sich mit dem Hochschul-Präsidenten anlegte, legte der ihm nahe, seinen "Hass auf die Musik lieber als Journalist auszutoben als vor unschuldigen Zuhörern im Konzertsaal". Das nahm Feuerstein sich zu Herzen, arbeitete erst bei einer New Yorker Zeitung und wurde später Chefredakteur von "Mad".

* Die Altersangaben der jeweiligen Personen beziehen sich auf den Stand aus dem Jahr 2004 und entsprechen damit nicht dem aktuellen Alter. Wir werden diese Angabe möglichst bald in Geburtsjahre ändern.

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